Die letzten Ausgrabungen am Danewerk fanden in verschiedenen Kampagnen in den Jahren 2009 bis 2013 auf dem Areal des ehemaligen Café Truberg im Ort Dannewerk statt. Dabei wurden von den Ausgräbern außergewöhnliche Befunde angetroffen. So konnte das in den fränkischen Reichsannalen genannte "einzige Tor", der etwa 6 m breite Durchlass, das sogenannte "Wiglesdor" lokalisiert werden.

Außerdem wurden vier bis fünf Bauphasen des Danewerks freigelegt, wodurch abgeleitet werden kann, dass das erste Danewerk deutlich früher als bislang angenommen angelegt wurde, nämlich bereits im 5. Jh. n. Chr.

Weitere Informationen hierzu siehe unten


2 - Danewerk

Das Danewerk ist ein System von Wällen, das etwa zwischen 800 und 1200 errichtet wurde und das zur Verteidigung der dänischen  Südgrenze diente. Der fjordartige Einschnitt der Schlei und die unwegsamen westlichen Flussniederungen von Treene und Rheider Au waren ausschlaggebend für die Lage des Danewerks. Hier liegt eine schmale Landverbindung, der damals einzig mögliche Einfallsweg zum dänischen Reich und hier verlief auch der Heerweg (später als Ochsenweg bezeichnet). Wurde dieser Landstrich abgeriegelt, dann gab es kein Durchkommen, denn die damaligen geographischen Verhältnisse verhinderten ansonsten ein Umgehen der Sperranlage. 

Das Danewerk besteht aus einer Reihe von Einzelwällen, die eine Gesamtlänge von etwa 30 km aufweisen und stellt das größte archäologische Denkmal Nordeuropas dar. Die wesentlichen Abschnitte des Danewerks bilden der Krummwall, der Hauptwall, der Nordwall, der Verbindungs- oder Margarethenwall, der Halbkreiswall von Haithabu, der Kograben und der Ostwall.


 

1) Der Krummwall - 2) Der Hauptwall - 3) Der Nordwall - 4) Der Verbindungswall - 5) Der Halbkreiswall

6) Der Kograben  - 7) Der Ostwall - 8) Der Heerweg 

 


 

Im Westen liegt der 4,5 km lange Krummwall im Niederungsbereich der Rheider Au. An der Schanze XIX erfolgt der Übergang vom  Hauptwall in den Krummwall (siehe Luftbild 1). Er wird als Flankenstellung angesehen, der einer Umgehung der Hauptstellung entgegenwirken sollte. Er stellt kein einheitliches Bauwerk dar, sondern erscheint streckenweise als einfacher Erdwall ohne Frontpalisade oder als Damm, der den Verkehr über die ehemals weiten Moorflächen ermöglicht hat. Seine Breite schwankt zwischen 10 und 18 m und ist durch das Gelände bestimmt. Die Höhe liegt bei 2 - 2,5 m. Der Wall kommt weitestgehend ohne Graben aus. Die bisherigen Datierungen reihen ihn als frühes Glied des Danewerks ein.

Auch heute ist er streckenweise noch recht gut erhalten. Der beste Zugang/Anblick bietet sich kurz vor Ellingstedt (letzter Feldweg vor Ellingstedt an der Kreisstraße 39 links rein - von Kurburg kommend). In den beiden Luftbildern 2 und 3 ist diese Stelle jeweils mit einem gelben Pfeil markiert. 

 

Panoramabild (siehe gelber Pfeil auf dem Luftbild 2 und 3)

Blickrichtung Hauptwall (siehe gelber Pfeil auf dem Luftbild 2 und 3)

Auf dem Wall in Richtung Hauptwall (siehe gelber Pfeil auf dem Luftbild 2 und 3)

Letzter gut sichtbarer Bereich nach der K 9 (siehe weißer Pfeil auf dem Luftbild 3)

 

Luftbild 1 (Übergang vom Hauptwall in den Krummwall mit der Schanze XIX) 

Luftbild 2 (Krummwall)     

Luftbild 3 (Krummwall an seinem sichtbaren Ende)

 


 

An den Krummwall schließt sich die zentrale Stellung, der Hauptwall an, der den Heerweg blockierte. Der gut 5 km lange mächtige Wallkörper mit Breiten von ursprünglich über 30 m und Höhen von über 6 m ist in verschiedenen Bauphasen errichtet worden. Anfänglich bildete ein auf der Südseite mit Holzwerk abgestreifter Wall, auf dessen Krone ein Wehrgang mit einer Holzpalisade entlanglief und der südlich von einem kleinen Graben begleitet war, die eigentliche Befestigung. Diese aus Holz und Erde aufgebaute Anlage ist mehrfach umgebaut und erhöht worden. Der jüngste Hauptwall erlebte nochmals gewaltige Umbauten. Der Erdwall wird vergrößert und mit steinernen Mauern ausgestattet. 

Zuerst wird eine aus Feldsteinen und Lehm gepackte Mauer errichtet, dann eine Ziegelsteinmauer, die so genannte Waldemarsmauer (einziger sichtbarer Wallabschnitt von ca. 50 m hinter dem Museum Danevirkegården).

 

- Waldemarsmauer (großes Panoramafoto des kompletten sichtbaren Abschnitts)

 

- Bild 1 (Waldmarsmauer komplett von rechts gesehen)

 

- Bild 2 (Waldmarsmauer komplett von links gesehen)

 

- Bild 3 (Waldmarsmauer - Ausschnitt)

 

- Bild 4) (Modell der Waldmarsmauer im Museum Danevirkegården) 

 

Die Waldemarsmauer war ursprünglich etwa 2 m dick, 7 m hoch und ist historisch gut datiert. Sie wurde in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts durch den dänischen König Waldemar I. der Große (1157-82) gebaut (Erbauung ab 1165). Die beiden Mauern ließen sich jeweils nur im mittleren Teil des Hauptwalles nachweisen. Es wird heute eine Gesamtlänge der Waldmarsmauer von 4.000 Meter angenommen. Hinter der Mauer verstärkte ein Wall die Befestigung, vor der Mauerfront befand sich ein gut 10 m freier Streifen, die Berme, gefolgt von einem 15 m breiten und 2,5 m tiefen Wehrgraben. Die Mauerzinne darf man sich mit einem hölzernen Wehrgang vorstellen (Link zu einem Foto des Archäologischen Landesamtes Schleswig Holstein).

Die Reste der Waldmarsmauer wurden ab April 2006 aufwändig restauriert und die Arbeiten inzwischen abgeschlossen. So wurde die Mauerkrone mit einer wasserundurchlässigen Schicht aus Betonit überzogen, eine Drainierung der Rückfront und des Mauerfußes vorgenommen und loses Mauerwerk gefestigt. Hierzu wurden etliche neue, in Dänemark hergestellte Ziegelsteine eingesetzt (siehe o.a Fotos - alle nach der Restauration am 13.08.09 aufgenommen).

 

Der beste Anblick auf den Hauptwall bietet sich in Höhe von Kurburg (siehe weiße Pfeilmarkierung Luftbild 5), auch wenn das eindrucksvolle Profil mit dem breiten und tiefen vorgelagerten Graben nicht den damaligen Verhältnissen entsprach, da es durch dänische Pioniere bei Befestigungsarbeiten in den Jahren 1850-64 verändert wurde. 

 

Diese Aufnahme zeigt einen Schnitt durch die Schanze XVI bei Kurburg anlässlich einer Grabungskampagne vom 24. April bis 25. Juli 1991 (siehe gelbe Pfeilmarkierung im Luftbild 4).

 

Luftbild 4 (Von der Thyraburg bis Kurburg)

Luftbild 5 (Hauptwall bei Kurburg)

Luftbild 7 (Hauptwall zwischen den Schanzen XVI und XVIII)

Luftbild 8 (Hauptwall zwischen den Schanzen XVIII und XIX)

Luftbild 9 (Hauptwall vor dem Übergang in den Krummwall vor der Schanze XIX)

 

 


 

Der Nordwall erstreckte sich etwa 1,5 km vom Westende der Schlei bis zum verlandeten Danewerker See. Er ist heute für den ungeübten Betrachter kaum im Gelände wahrzunehmen. Er wies wohl eine Höhe von ca. 2 m auf, hatte eine Frontpalisade und einen vorgelagerten Graben. Fast über die gesamte Länge hatte er einen nahezu geraden Verlauf. Bei den bisherigen Untersuchungen (1933, 1971 und 1973) konnte nur eine Umbauphase festgestellt werden. Durch den Fund eines sehr gut erhaltenen hölzernen Senkkastens in Blockbauweise, westlich der Thyraburg, konnte anhand dendrochronologischer Untersuchungen eine exakte Datierung auf das Jahr 737 vorgenommen werden. Der Senkkasten (ca. 4 x 6 x 1 m)  ist heute im Museum Moesgård bei Århus ausgestellt. 

Der heutzutage am besterhaltene/sichtbare Abschnitt liegt in Schleswig zwischen den Straßen Kolonnenweg und Holzredder (siehe Luftbild 13). Am einfachsten ist er zu erreichen, wenn man von Schleswig über die Straße Husumer Baum (K 30) in Richtung Dannewerk fährt. Vom Husumer Baum fährt man nach rechts in die Erikstraße und danach wieder nach rechts in die Straße Holzredder. Nach dem auf der rechten Seite liegenden Kindergarten und Sportplatz befindet sich der Nordwall innerhalb einer Viehweide.

 

Nordwall (Rückseite des Walles - vom Kolonnenweg in Richtung Holzredder)

Nordwall (Rückseite des Walles - von Holzredder in Richtung Kolonnenweg)

 


 

Der Verbindungswall (auch Margarethenwall genannt) war früher 3,5 km lang und reichte vom westlichen Ende des Halbkreiswalles von Haithabu bis zum Ufer des heute verlandeten Danewerker Sees. Seine Gründung konnte durch dendrochronologische Untersuchungen auf das Jahr 968 bestimmt werden (Bestimmung am Westende). In seiner Endphase war der Wall etwa 5 m hoch und ca. 20 m breit. Er war als Erdwall mit Sodenfronten angelegt. Zudem war ihm ein Graben vorgelagert, der allerdings längst zugeschüttet ist. Am Westende war der Verbindungswall durch den Doppelwall und den Bogenwall besonders geschützt, ohne die eine Umgehung des Hauptwalles möglich gewesen wäre.

Heute ist der Verbindungswall ab dem Halbkreiswall von Haithabu bis zur B 77 in Höhe Busdorf auf ca. 300 m Länge erhalten. Es folgt eine Unterbrechung bis zum Westrand von Busdorf . Ab der Straße Bergholm in Busdorf führt der Wall knapp 250 m weiter. Danach fällt das Gelände bis zur Margarethenstraße in Schleswig steil ab. Nun geht es steil hinauf und der Wall setzt sich nochmals über eine Länge von ca. 850 m bis zur Autobahn A 7 fort. Dazwischen wird der Wall von der Verlängerung der Straße Danewerkredder in Schleswig unterbrochen. Nach der Autobahn bis zur K 30 ist noch ein kurzes Stück von ca. 400 m in den Landkarten und der  Stadt- und Umgebungskarte für Schleswig eingezeichnet, aber in Wirklichkeit nicht wahrzunehmen.

 

Luftbild 10 (Verbindungswall zw. Haithabu und B 77)

Luftbild 11 (Verbindungswall in Busdorf ab Bergholm)

Luftbild 12 (Verbindungswall zw. Busdorf und Schleswig)

Luftbild 13 (Verbindungswall zw. Busdorf und Schleswig - letzter sichtbarer Abschnitt bis zur A 7)

 


 

Der Halbkreiswall von Haithabu wurde vermutlich in der ersten Hälfte des 10. Jahrhunderts errichtet. Er umschließt mit fast 1,3 km Länge das 24 ha große ehemalige Siedlungsareal des Seehandelsplatzes Haithabu. Außerdem ist der Halbkreiswall durch den Verbindungswall mit dem übrigen Danewerk verbunden. 

Der Wall ist bis auf kleine Zerstörungen am nördlichen und südlichen Ende sowie am Nordtor gut erhalten. Er weist heute noch eine Höhe zwischen 6-10 m auf. Es ist als Erdwall mit abgeböschter Sodenfront und vorgelagertem Wallgraben angelegt. Allerdings ist es nicht mehr seine ursprüngliche Form, da er 1850 durch dänische militärische Eingriffe verändert wurde. Der Wall weist insgesamt 4 Öffnungen auf. Im Westen wird er durch den Durchlass des Baches unterbrochen, der sich durch das Siedlungsgelände zum Haddebyer Noor schlängelt. Im Norden und im Süden weist der Wall jeweils ein Tor auf, die durch einen geraden Weg miteinander verbunden sind. Darüber hinaus gibt es im Südwesten noch das sogenannte "Svens Sturmloch" (Dieses wird im allgemeinen mit einer Belagerung Haithabus durch den dänischen König Sven Gabelbart in Verbindung gebracht, von der auf dem im Wikinger Museum Haithabu befindlichen Runenstein für Erik berichtet wird).

Ausgrabungen haben ergeben, dass der Wall viele Bauphasen aufweist und als bescheidene Anlage begann. Aufgrund der vielen Verstärkungen wuchs er dann aber neben dem Hauptwall als der am stärksten befestigte Bereich des Danewerks empor. Im Haddebyer Noor wurde der Wall durch ein Pfahlpalisade fortgeführt, die das innere Hafenbecken halbkreisförmig umgab.

 

Luftbild 14 (Siedlungsareal mit Halbkreiswall)

Luftbild 15 (Haithabu mit Verbindungswall)

 


 

Der Kograben ist eine etwa 7 km lange eigenständige Sperrlinie, die schnurgerade verläuft. Hierfür waren professionelle Vermessung als auch die dafür geeigneten Instrumente Voraussetzung. Der Wall ist auf der kürzesten Strecke zwischen Selker Noor und den Niederungen der Rheider Au angelegt und an beiden Wallenden gab Wasser einen wirksamen Flankenschutz ab. Der Kograben ist heute nur noch auf einer Teilstrecke von ca. 1,75 km westlich vom Heerweg erhalten

Vor dem Wall befand sich ein 3 m tiefer und 4 m breiter Spitzgraben. Der Wall war durch eine hölzerne Frontpalisade verstärkt. Dahinter war der Wall auf einer Breite von 8 m ca. 2 m hoch aufgeschüttet. Somit ergab sich für die Angreifer ein ca. 6 m hohes Hindernis. Der Kograben wird erstmals in den Rüde Kloster Annalen erwähnt und als uralt hingestellt. Durch C 14-Datierungen ermitteln eine Bauzeit um 800. Dendrochronologisch war der Kograben bislang nicht zu datieren. Aufgrund der bautechnischen Beschaffenheit ergibt sich auch eine Ähnlichkeit mit den dänischen Ringburgen aus den 980er Jahren. Nach aktueller Auffassung des dänischen Danewerk-Spezialisten H. Hellmuth Andersen ist die Gründung des Kograbens um 980 erfolgt (Danevirke og Kovirke - Arkæologiske undersøgelser 1861 - 1993 (DK/D) - Hellmuth Andersen, S. 266).

Zugang zum Kograben hat man heute am einfachsten von der K 39 (Dannewerk-Ellingstedt), bzw. in Verlängerung der K 27 von Dannewerk kommend, über den hier verlaufenden Ochsenweg/Heerweg (bei dem Ochsenhörner-Denkmal). Der Kograben verläuft heute direkt an der nördlichen Einzäunung des Marine-Fliegerhorst Schleswig-Jagel.

^^^^^Luftbild 16 (Kograben)

Lackprofil des Spitzgrabens vor dem Kograben (im Haithabu Museum)

 


 

Der ehemals 3,5 km lange Osterwall hat einen sehr schlechten Erhaltungszustand. Er liegt zwischen dem Windebyer Noor und dem Unterlauf der Osterbek (im Bereich der Gemeinde Kochendorf) und gehörte trotz seiner isolierten Lage zum Danewerk. Durch seine Lage riegelte er die Halbinsel Schwansen ab und verhinderte eine Umgehung der Danewerkstellung. 

Durch frühere Forscher wurde der Wall noch in einer Breite von etwa 7,5 m und einer Höhe bis zu 3,5 m gesehen (Lorenzen 1859, Müller 1903 und Jessen 1937). In den Jahren 1972 bis 1981 fanden mehrere Grabungen am Osterwall statt. Hierbei ergab sich, dass der Wall zumindest abschnittsweise mit einem Palisadenwall befestigt war. Vermutlich wurde der Wall in zwei Phasen angelegt. H. Hellmuth Andersen zählt den Wall zum ältesten Danewerk, demnach in die Zeit zw. 700-737 n.Chr.

 

Meine Suche nach den Überresten dieses Walles im Juli 2002 verlief ergebnislos. Trotz der Hinweise und der Karte 20-21 aus dem Buch "Danevirke og Kovirke" - von H. Hellmuth Andersen (siehe Rubrik Literatur) war es mir nicht möglich irgendwelche Spuren in der Landschaft als Überreste dieses Walles zu identifizieren. In der Topografischen Karte der Region (Maßstab 1:25.000) ist auch kein Eintrag mehr vorhanden. 

 

NEU (ergänzt 14.11.08): 

 

In dem Buch "Führer zu archäologischen Denkmälern in Deutschland, Bd. 49, 2007, Die Schleiregion, Land - Wasser - Geschichte", befindet sich auf S. 218 eine Wegbeschreibung und eine kurze Abhandlung zum Osterwall. Demnach fährt man auf der B 76 von Schleswig nach Eckernförde. Nach ca. 20 km geht es nach rechts ab in Richtung Möhlenhorst. Nach wenigen hundert Metern soll sich auf der linken Seite unmittelbar am Wall ein Informationsschild (Station 1 des Osterwalls) befinden. Dem Wallverlauf folgend sei ein weiteres Schild (Station 2 des Osterwalls) aufgestellt.

 

Zusätzliche Info: http://www.amla-kiel.de/cms/forschungsprojekte/forschungsprojekte/prospektion-im-windebyer-noor.html

 

NEU (ergänzt 18.10.09):

 

Am 12.08.09 habe ich in der Hoffnung - aufgrund der Informationen in dem o.a. Buch den Osterwall nun sicher ausmachen zu können - die betreffende Region aufgesucht. Doch leider gibt es die Informationsschilder in Wirklichkeit nicht und auch sonst keine Hinweise vor Ort. Die Reste des Osterwalles sind meines Erachtens für ein ungeübtes Auge von einer Flurbegrenzung nicht zu unterscheiden.

 

Im Hinblick auf die Bemühungen zur Aufnahme des Danewerks in die Liste der UNESCO zum Weltkulturerbe wäre es schön, wenn von den Verantwortlichen vor Ort eindeutige Informationen aufgestellt werden würden!

 

NEU (ergänzt 30.09.13):

 

Am Sonntag, 18.08.2013, erhielt ich durch Herrn Norbert Biermann aus Kochendorf, Vertrauensmann für die Bodendenkmalpflege des Archäologischen Landesamtes S-H, bei einer eingehenden Exkursion die sichtbaren Reste des Osterwall zwischen dem Windebyer Noor und dem Weg nach Möhlenhorst vor Augen geführt. Nach seinen Ausführungen sind die Besitzverhältnisse (teils privat / teils staatlich) und Kompetenzstreitigkeiten die hauptsächlichen Gründe, warum es bislang nicht zu einer besseren Präsentation / Ausschilderung des Osterwalles gekommen ist. Bei der Führung konnte ich erkennen, dass ich an einer Stelle bislang richtig lag, ansonsten aber deutlich daneben. Nun habe ich aber endlich die am besten erhaltenen / sichtbaren Abschnitte gesehen, fotografieren können und stelle sie hier ein.

 

 

Die Fotostrecke beginnt bei Nr. 1 am Fahrweg zw. B 76 und Gut Möhlhorst, rechter Hand im Wäldchen, nach ca. 200 - 300 m, mit dem letzten sichtbaren Abschnitt des Osterwalles. Er verläuft von dort aus dann sehr gerade auf Richtung Kochendorf zu. In Kochendorf, in der Straße "Hohlweg", findet sich die Örtlichkeit von Foto Nr. 8. Über die Dorfstraße in Richtung Osten verlässt man Kochendorf wieder. Man kommt an die Einmündung zur K 57, um sich dort nach links zu halten. Kurz darauf kann man den Wall nochmals ein Stück links und rechts der K 57 verfolgen.

 


 

Der Heerweg wird auch als Ochsenweg bezeichnet (weil auf ihm seit dem 14. Jahrhundert und noch in der frühen Neuzeit die Ochsenherden zum Verkauf nach Süden getrieben wurden). Er beginnt in Viborg/DK und verläuft nord-südwärts bis Wedel, westlich von Hamburg. In Schleswig-Holstein sind nur noch 10 % in Form alter Trassen erhalten. Über weite Strecken ist er zu Straßen umgebaut worden, oder er fiel landwirtschaftlicher, bzw. sonstiger Nutzung zum Opfer. Bis zum 16. Jahrhundert wurde er auch als Pilgerweg für Pilgerreisen zu den heiligen Stätten der Christenheit benutzt. Der Heerweg wird häufig von zahlreichen Grabhügeln der älteren Bronzezeit flankiert.

Ein gut erhaltener Abschnitt befindet sich heute zwischen der K 39 und dem Kograben (siehe Karte).

 


 

hier wird demnächst noch ein wenig Text ergänzt....

 


 

Die von mir verwendeten Luftfotos wurden von Foto Raake, 24939 Flensburg, Neustadt 63, Tel. 0461/42706, www.foto-raake.de, e-mail: info@foto-raake.de, im Auftrag des Museums Danevirkegården gefertigt. Ich habe die hier verwendeten Fotos bei Foto Raake käuflich erworben. Die Genehmigung zur Veröffentlichung auf meiner Homepage wurde mir von Herrn Raake erteilt.

 


Infos zum Museum Danevirkegården


Ausgrabungen auf dem Areal des Café Truberg (hier eine Fotoreihe vom 19.08.2013)

In unmittelbarer Nachbarschaft zum Museum Danevirkegården stand einst das Café Truberg. Zu gerne hätten die Forscher schon früher an dieser Stelle Ausgrabungen vorgenommen. Der "Sydslesvigsk Forening" konnte den Gebäudekomplex des Cafés im Jahre 2008 mit Unterstützung des A.P. Møller Fond erwerben. Der Abriss im Jahr 2009 wurde von dem Stromriesen Eon Hanse unterstützt. Damit war den Forschern endlich der Weg frei gemacht für Grabungen. Im August 2010 war es endlich soweit und prompt wurde man fündig. Das lange gesuchte Tor durch das Danwerk, das in den fränkischen Reichsannalen als das "einzige Tor" bezeichnet wurde, das "Wiglesdor" konnte lokalisiert werden. Die Ausgrabungen fanden zunächst in den Jahren 2010-2011 statt.

Dank einer weiteren großzügigen Spende des A.P. Møller Fond in Höhe von 300.000 € konnten die Grabungsarbeiten in 2013 - diesmal in Zusammenarbeit mit dem Museum Sønderjylland - fortgesetzt werden. Erstmals wurde ein kompletter Querschnitt des ehemaligen Verteidigungswalles angelegt - unmittelbar neben dem 2010 entdeckten Tor des Danewerks. Danach gab es im Laufe der Jahrhunderte vier, eventuell sogar fünf aufeinanderfolgende Wallphasen. Aus dem Baumaterial des zweitältesten Walles konnte organisches Material entnommen und mittels der C14-Methode untersucht werden. Es wurde auf die Jahrzehnte um das Jahr 500 datiert. Demnach ist das Danewerk also deutlich älter als bislang angenommen!

Bei den weiteren Ausgrabungen und Untersuchungen am "Wiglesdor" konnte ein Hohlweg samt Wagenspuren freigelegt werden.

Außerdem stieß man auf den exakten Anfang der sogenannten Waldemarsmauer, einer Ziegelsteinmauer aus dem 12. Jahrhundert. Deren einziger sichtbarer Abschnitt befindet sich nur wenige hundert Meter vom Museum Danevirkegården entlang des Haupwallabschnittes. Leider fängt die Mauer - nach den aufwändigen Restauierungsarbeiten in den Jahren 2006-2008 - bereits wieder an zu bröckeln. Die beiden letzten harten Winter mit viel Feuchtigkeit und Temperaturen um -18 Grad waren Gift für das Bauwerk. "Am Ende wird es vielleicht die grausame Entscheidung geben müssen, alles wieder abzudecken", beschreibt Prof. Dr. Claus von Carnap-Bornheim die Situation im Sommer 2013.

Am 26.09.2013 wurden diese "sensationellen Ergebnisse" vor Ort von den Verantwortlichen verkündet.

In dem Zusammenhang möchte ich noch anmerken, dass bereits Anfang 2012 im knapp 2 km entfernten Neubaugebiet von Hüsby eine mittelalterliche Ziegelei zu Tage gefördert wurde, in der wohl sicher die Ziegel für die Waldemarsmauer gebrannt wurden.

Die aktuellesten Infos zu den Ausgrabungen am "Wiglesdor" / "Danewerk" im Internet findet sich momentan über diesen Link des Archäologischen Landesamtes Schleswig-Holstein.

Zahlreiche Fotos, die bei einer Führung vor Ort am 11.10.2013 gefertigt wurden, finden sich auf den Seiten von www.alte-schleihalle.de


Die einzelnen Abschnitte des Danewerks in Bildern