Auf der entsprechenden Website des Dänischen Nationalmuseums wurde ich zuerst auf ein neues groß angelegtes Projekt "Jelling-Projekt - ein königliches Denkmal in der dänischen und der Europäischen Beleuchtung" aufmerksam. Hierfür wurden vom "Bikubenfonden" großzügigerweise insgesamt 23,3 Millionen dänische Kronen zur Verfügung gestellt (umgerechnet ca. 3.128.133 €).  Die verschiedenen Untersuchungen sind zunächst für die Jahre 2008 bis 2011 angesetzt.

Eine der ersten Untersuchungen innerhalb des Projektes fand im September 2008 statt. Mit Metalldetektoren wurde die nähere Umgebung der Jellingmonumente untersucht. Dabei fand sich eine Münze, ein so genannter Otto-Adelheid- Pfennig (ca. 983/91-1040).

Des Weiteren fand im Oktober 2008 durch Tatiana Smékalová aus dem "Center for Black Sea Studies" an der Universität von Aarhus ein Magnetometer-Analyse der Region nördlich des Nordhügels statt. Dadurch fanden sich Bestätigungen zu der bereits entdeckten Palisade (siehe unten) und einige größere Steine der vermuteten Schiffssetzung.

Ein weiteres Ziel der anstehenden Untersuchungen ist die Erstellung eines 3D-Modells der Landschaft und Denkmäler, die einen Eindruck von Jelling vermitteln soll, wie die Gegend zur Zeit Harald Blauzahns ausgesehen hat.

Die beiden Runensteine in Jelling wurden innerhalb des Projektes in der jüngsten Vergangenheit mit den modernsten wissenschaftlichen Methoden genauestens untersucht. Das Untersuchungsergebnis und eine Beilage dazu (beides vom März 2008 und nur in dänischer Sprache, aber mit zahlreichen Fotos und Skizzen), weisen aus, dass man sich größte Sorgen um deren Erhaltungszustand macht. Ursache sind vor allem die Witterungs- und Umwelteinflüsse, die auf die beiden Runensteine seit Jahrhunderten einwirken.

Verschiedene Maßnahmen sollen deshalb zur Sicherung der Weltkulturgüter der UNESCO ergriffen werden. So wurde am 27. und 28.04.2009 die rechts vom Kircheneingang und nur ca. 5 Meter von den beiden Runensteinen befindliche alte Linde gefällt (Text nur in dänischer Sprache mit mehreren Fotos). Der Baum und seine Blätter wurden als primäre Quelle der Verschlechterung des Erhaltungszustandes der Steine ausgemacht, da darüber zusätzliche Mengen Regens auf die Steine niedergehen. Durch die Baumfällaktion verspricht man sich eine Reduzierung des Niederschlags auf die Runensteine um etwa 2/3. Die große Wurzel der Linde wurde im Boden belassen, um die archäologischen Schichten nicht zu zerstören.

Im Rahmen meiner Recherchen zu dem Jelling-Projekt fand ich auch überraschende Ergebnisse aus bereits länger zurückliegenden Untersuchungen, von denen ich bislang noch nichts gehört hatte. So fanden sich Spuren einer kräftigen Palisadeneinzäunung mit riesigen Ausmaßen, die die gesamten Jellingmonumente umfasst. Informationen dazu finden sich hier und auch hier (allerdings nur in dänischer Sprache, aber mit zahlreichen Fotos und Skizzen). Die bereits angenommene Schiffssetzung erweist sich inzwischen als offenbar weltweit größte Schiffssetzung mit einer Länge von ca. 350 m und sie bestand wohl aus ca. 370 großen Steinen. Die nördliche Spitze der Schiffssetzung und daraus 7 große Steine fanden sich bereits im Oktober 2006 (Informationen/Bilder dazu siehe hier - nur in dänischer Sprache), nachdem die Gegend mit Erdradar untersucht worden war. Die südliche Spitze der Schiffssetzung liegt demnach etwas außerhalb des Südhügels und hat den Nordhügel in ihrer Mitte. Die Nordspitze der Schiffssetzung liegt von daher nur wenige Meter südlich der nördlichen Palisade und fast 200 m von der Grabkammer im Nordhügel entfernt!

In Verbindung mit dem neuen Jelling-Projekt wurde von einem Redakteur des dänischen populärwissenschaftlichen Magazins "Skalk" auch ein Literaturverzeichnis zu den Jellingmonumenten erstellt. Darin sind alle bekannten Veröffentlichungen von 1591 bis heute erfasst worden.

Einen Besuch wert ist auch eine weitere Homepage, die vom Dänischen Nationalmuseum stammt (nur in dänischer Sprache). Dort finden sich z.B. 3-D (drehbare) Ansichten der beiden Runensteine von Jelling.