Der Runenstein von Gorm dem Alten  (Jelling 1)

Der kleine Runenstein lag beim Waffenhaus der Kirche "als Ruhestein für die Müden", wo ihn der Altertumsforscher Ole Worm noch im Jahre 1621 so vorfand. 1630 wurde er an seinem jetzigen Platz , im Kirchhof vor der Eingangstür zum Waffenhaus und damit in der Mitte der beiden großen Grabhügel, neben Haralds Runenstein wieder aufgerichtet.

Die Bezeichnung „Dänemarks Zier  (dän. Danebod)“ ist heftig umstritten. Die ältere Forschung sah in Danebod einen Ehrennamen der Königin Thyre, jedoch gibt es kein historisch beglaubigtes Ereignis, das ihr diesen Beinamen hätte eintragen können. H. Brix hat dann 1927 mit dem stilistischen Prinzip der Umrahmung, eine neue Auffassung begründet: danach wären die einrahmenden Wörter (kurmR kunukR und tanmarkaR but) syntaktisch zu verbinden und in König Gorm der Mehrer Dänemarks zu sehen. Gorm hatte nach der isländischen Überlieferung um 935/36 Gnupa besiegt, und nach dieser Tat könnte er den Stein sich selbst zum Lob und zum Andenken an seine Frau Thyre errichtet haben.

Auf Gorms Stein findet sich der erste Beleg auf dänischen Boden für den Namen des Landes. Der Stein lässt sich somit historisch etwa auf das Jahr 935 datieren. Die Inschrift ist auf den zwei Breitseiten des Steines angebracht.     

Gorm der Alte hat einen besonderen Platz in der dänischen Geschichte bekommen, weil mit ihm die Reihenfolge der Könige beginnt, die sich bis zur heutigen Königin Margrethe II. ohne Unterbrechung fortführen lässt.