Trelleborg

Navidaten: 55.39480  11.27251  oder: Trelleborg Alle 4, 4200 Slagelse, Dänemark


Der entsprechende Eintrag zu dem Runenstein in "Fund og Fortidsminder" ist hier verlinkt.


Die kreisrunde Burganlage wurde durch Zufall entdeckt. Die gewaltigen grünen Wälle der Trelleborg verlockten zur Anlage einer Rennbahn für Motorräder. Bevor die Genehmigung erfolgte, wurde das Gelände untersucht. Dies führte in den Jahren 1934-1941 zur fast vollständigen Ausgrabung einer einzigartigen Anlage, die zusammen mit den norwegischen Wikingerschiffen den Hintergrund für die Macht der Wikingerzeit erkennen lässt. 

Trelleborg ist eine Burg aus der Wikingerzeit, vom Anfang der 980er Jahre. Die gewaltige, stark befestigte Anlage besteht aus einer Hauptburg und einer Vorburg, die zusammen eine Fläche von etwa 7 ha bedecken. Aufgeführt wurde die Burg auf einer breiten Landzunge, die ursprünglich in einen unzugänglichen Sumpf ragte, doch ist der Sumpf längst in Wiesengelände verwandelt. Durch die Wiesen fließen zwei der größten Flüsse, oder Flüsschen, im westlichen Seeland - im Norden der Tudeå (å=Fluss), im Süden der Vårbyå. Die beiden vereinen sich westlich von Trelleborg zum Næsbyå, der in den Großen Belt mündet. In der Luftlinie ist die Entfernung zum Belt ca. 3 km. 

Trelleborg wurde offenbar auf einem alten heidnischen Opferplatz angelegt. Aus dieser Zeit stammen brunnenartige Gruben mit einem Inhalt, der zu beweisen scheint, dass man Opfer dargebracht hatte. Man kann deutlich erkennen, dass der Opferplatz älter als die große  symmetrische Anlage ist, da die Opfergruben mehrfach unter die Häuser der Burg greifen und zugeworfen waren, bevor diese errichtet wurden. In einer der Gruben lagen zwei kleine Kinder zusammen mit dem Kopf und den Gliedern eines jungen Ziegenbocks, dem man die Stirn eingeschlagen hatte. Eine andere Grube enthielt ebenfalls zwei Kinder und große Teile einer jungen Kuh, eines Hundes und Knochen von anderen Tieren, eine dritte enthielt den Schädel eines Menschen. Dass man schon damals hier gewohnt hat, zeigen verschiedene Hausreste, kleine hufeisenförmige Gebäude, bei denen es sich um Wohnungen der Götter gehandelt haben kann. Ein etwa 30 m langes Haus ist vielleicht die Aufenthaltsstelle für den Häuptling gewesen, der als Gode dem Göttertempel vorstand.    

Nach ausführlichen Auffüllungs- und Planierarbeiten wurde dann die Burg nach einem sorgfältig ausgearbeiteten Entwurf ausgeführt.    

Bei der Konstruktion hat man zunächst die Burgmitte ausgewählt, von wo man die Zirkelbogen schlug, die die Wälle und Gräben begrenzten. Der Mittelpunkt ist zugleich Schnittpunkt für die beiden senkrecht zueinander verlaufenden Hauptachsen, die das Innere der Hauptburg in vier gleich große Teile unterteilen und die sich nach draußen durch die vier Tore fortsetzen. 

Die Burganlage

Die Hauptburg ist von einem 17 m starken und bis zu 6 m hohen kreisrunden Wall umgeben, der ein Gelände von etwa eineinhalb Hektar Land umschließt. Auf der Außenseite war der Ringwall nach der Landseite hin mit einem Mantel von steifem Lehm bekleidet, der durch Holzstöcke und Zweige zusammengehalten wurde. Im Bereich der Wiesen im Norden, Westen und Südwesten ruhte der Wall auf einem Fundament von Steinen und Pfahlwerk. Die Innen- und Außenseiten des Walls bilden konzentrische Kreise mit der Mitte des Burgplatzes als Zentrum. Der innere Radius ist 68 m. Sowohl außen wie innen war der Wall mit in die Erde gegrabenen Palisaden bekleidet. Ein Absatz an der Außenseite, vermutlich eine Wehrstellung, hatte ebenfalls Palisaden. In die vier Himmelsrichtungen führten Tore durch den Wall. Auch die Torwände waren mit senkrechten, halbrunden Palisaden verkleidet, die eine waagrechte, mit Lehm bestrichene Bohlendecke trugen. Um den Druck des Erdwalls auf die Palisadenwände zu verteilen, befinden sich hinter diesen 6 m dicke Steinpackungen durch die ganze Breite des Walls. Diese Mauern sind am Osttor restauriert worden. An ihrer Außenseite konnten die Öffnungen durch Torflügel, für die man in mehreren der Tore Ringe und Schlüssel gefunden hat, geschlossen werden.    

Auf der Innenseite längs dem Ringwall verlief eine  Straße. Außerdem waren die einander kreuzweise gegenüberliegenden Tore seinerzeit durch Straßen mit Holzpflaster verbunden. Diese beiden Hauptachsen, die Nord-Süd- und die Ost-West-Straße, teilten den Burgplatz in vier Viertel. In jedem dieser Viertel standen vier große Häuser um einen geschlossenen Hof. Außerhalb des Walls befindet sich an der Langseite ein 17 - 18 m breiter und 4 m tiefer Wallgraben, der der Linie des Walls folgt. Im Westen war der Graben durch den Sumpf überflüssig. Zwei Brücken über den Graben verbanden Haupt- und Vorburg. In der Vorburg waren die Häuser nicht in Karrees, sondern strahlenförmig angeordnet, wobei die Längsachse bei allen auf das Zentrum der Hauptburg gerichtet war. Ihre inneren Giebel liegen in einer Kreislinie mit dem gleichen Zentrum wie der Ringwall.    

Das Eigentümliche an der gesamten Anlage ist überhaupt ihre unerhörte Regelmäßigkeit und fast mathematische Präzision. Die Maßeinheit scheint der römische Fuß (römischer Normalfuß = 29,57 cm, berechnetes Mittelmaß des Trelleborgfußes = 29,33 cm) gewesen zu sein, der in allen Teilen der Burg auftaucht. So sind zum Beispiel die Häuser der Blocks 100 Fuß und die Häuser der Vorburg 90 Fuß lang, die Breite des Ringwalls beträgt 60 Fuß. Es darf ferner erwähnt werden, dass der Radius von der Burgmitte bis zur Innenseite des Ringwalles 234 Fuß beträgt und der Abstand zwischen den beiden Wallgräben 234 Fuß ausmacht, während der Abstand von der Burgmitte bis zum nächsten Giebel der Vorburghäuser das doppelte Maß (468 Fuß) hat.    

Um den Häuserkranz der Vorburg, ihrer fünfzehn, läuft ein äußerer Wall mit Graben, der auch eine Begräbnisstätte mit etwa 150 Skelettgräbern einschloss. Das Gräberfeld erstreckte sich weit nach Osten. Wall und Graben machen hier ein großes Knie. Unter den Gräbern befanden sich drei Gemeinschaftsgräber (Kriegergräber), das größte mit zehn Skeletten. Untersuchungen an den Skeletten haben ergeben, dass die Körperhöhe des Mannes etwas unter 170 cm gelegen hat. Die meisten Beigesetzten waren, wie man erwarten durfte, junge oder jüngere Männer im Alter von 20 bis 40 Jahren gewesen. Hinzu kommen etliche Frauen, einige wenige Kinder und Alte. Bei den Zähnen zeigte sich teilweise eine außerordentliche Abnutzung der Kronen, teils ein sehr geringes Kariesvorkommen, d.h. bei weniger als 1 % der untersuchten Zähne.    

Es sind nur verhältnismäßig wenige Grabbeigaben vorhanden. Aber es findet sich nichts, was besonders auf das Christentum hindeutet. Begräbnisse mit unverbrannten Leichen in Ost-West-Richtung waren in Dänemark durchaus bekannt, bevor das Christentum die Macht bekam, die Grabsitten zu prägen. 

Das Grabgut umfasste nur wenige Waffen, unter denen eine ungewöhnlich breitschneidige, aber zugleich schmalblattige Streitaxt mit Silberbelag bemerkenswert war. Das dreieckige Schaftloch, in dem noch ein großer Nagel vorhanden ist, um ein Abgleiten der Axt vom Stiel zu verhindern, weist auf eine späte Axtart hin. Die Axt ist aber durch die beidseitige Bartbildung besonders gekennzeichnet. Der eine Bart ist etwas länger als der andere. Die Schneidenlänge beträgt 32 cm, die Höhe der Axt 16,5 cm. Die Verzierung ist leider stark beschädigt. In die aufgerauten Flächen hat man gezwirnte Silber- und Gelbmetallfäden nicht nur als Rahmenwerk, sondern als Verzierung selbst eingehämmert. Als Motive sind noch schraffierte Dreiecke, parallel laufende Bänder sowie kleine eingelegte Kreise erkennbar. Die Axt ist hinsichtlich der Form und der Verzierung mit Äxten im Baltikum und Ostpreußen in Verbindung zu bringen.    

Außerdem fand man einiges Werkzeug, wie zum Beispiel Zange, Hammer, Amboss und Feile, landwirtschaftliche Geräte, darunter Sensenblätter und ein Pflugeisen, ferner Schmucksachen (z.B. hufeisenförmige Spange, vergoldete Brosche mit Königskopf als Nachahmung einer der Münzen des englischen Königs Ethelred, schalenförmige Schnalle und dreieckige Fibel), Tongefäße und Zubehör zum Spinnen und Weben. 

Die Gebäude 

Sämtliche Gebäude der Burganlage waren aus Holz. Es handelt sich um Stabbauten mit senkrechten, in die Erde gegrabenen Wandbohlen, auf denen das Dach ruhte. An der Außenseite der Bohlenwände standen Reihen von schräggestellten Pfosten, um die Wände zu stützen und das Haus solchermaßen zu stabilisieren. Vom Holz dieser Gebäude ist nichts erhalten. Was man gefunden hat, sind nur die Spuren der eingegrabenen Pfosten und Bohlen im Untergrund, die jetzt alle als zementierte graue Flecken und Streifen im grünen Gras markiert sind. Sie zeigten sich ursprünglich als schwärzlicher Erdflecken im gelben Lehm des Untergrundes. Die Dimensionen des Bauholzes lassen sich freilich nicht unmittelbar aus der Größe der Zementgussstellen ablesen. Was die Form des Zementgusses bestimmt hat, war der Umriss der ausgehobenen Löcher, in denen Pfosten und Wandbohlen angebracht wurden.    

In den Karrees der Hauptburg sind alle Gebäude in bezug auf Größe, Konstruktion und Einrichtung fast völlig gleich. Sie haben eine eigenartige nahezu elliptische Form mit gerade abgeschnittenen Giebeln, aber ausgebuchteten Längswänden. Innen sind sie ca. 29,5 m oder ca. 100 römische Fuß lang. Das Innere ist in zwei kleinere Giebelräume und eine in der Mitte liegende Halle geteilt, letztere 8 m breit und ganze 18 m lang, oder dreimal so lang, wie die 4,5 m breiten Giebelräume. Die Giebelräume haben manchmal vertiefte Keller gehabt, die als Vorratsräume für Lebensmittel, Abfallgruben oder vielleicht als Keller für Gefangene dienten. Die Giebelräume waren zur Halle hin durch Wände abgetrennt, die aus ein paar Planken bestanden hatten. Diese Wände bildeten ein tragendes Element in der Dachkonstruktion. Inmitten der Halle, deren Fußboden aus Bohlen oder Lehm bestand, ist in den meisten Häusern die mit Steinen gepflasterte Feuerstelle. Von der Halle führten Türen in die Giebelräume und zwei Türen ins Freie, letztere diagonal gegenüber in den Längswänden. Auch an den Giebeln befanden sich in der Regel Türen. Die Wände waren mehr als mannshoch gewesen und bestanden aus breiten Eichenplanken, von denen jede zweite, eine Falzplanke, in den Untergrund eingegraben war. In sie waren die etwas dünneren, mit einer Feder versehenen Planken eingefalzt worden. Die Vorburghäuser hatten die gleiche Form, waren aber um 10 % kürzer (90 römische Fuß). Sie sind alle herdlos und dürften daher als Lagergebäude gedient haben.    

Mitten in zweien der Karrees fand man kleinere, freistehende Häuser eines anderen Konstruktionstyps. Man weiß nicht, wozu sie dienten. An der nordöstlichen Ecke befindet sich ein kleiner Anbau von der gleichen elliptischen Form wie die großen Häuser. Beim Nordtor wurde ein quadratischer Grundriss gefunden, Spuren eine ähnlichen beim Westtor. Es dürfte sich um Wachhäuser gehandelt haben.    

Trelleborgs Funktion 

Trelleborg war eine sehr starke Festung, in der sicherlich eine große Garnison Platz hatte. Niemand anderes als der König selbst war imstande, eine so feste Burg zu bauen, die einen enormen Materialverbrauch und eine Arbeiterschar von mehreren hundert Mann erforderte. Bei Fyrkat, in der Umgebung von Hobro/Jütland, und auf Nonnenbakken in Odense/Fünen wurden sehr ähnliche Burgen gefunden; Aggersborg, an der Nordseite des Limfjords/Jütland, ist eine noch größere Anlage von ganz gleicher Art.    

Lange war es die allgemeine Auffassung - erstmals vom Ausgräber Trelleborgs, Poul Nørlund, geäußert -, dass diese Burgen Trainingslager waren - Kasernen für die Wikingerheere, mit denen Sven Gabelbart nach mehreren  Englandzügen das Inselreich im Jahre 1013 endlich eroberte. An dieser Auffassung kann jedoch nicht festgehalten werden. Sie baute - unter anderem - auf der Vorstellung, dass Trelleborg unmittelbar für Schiffe zugänglich war. Wie erwähnt war es aber an der Seeseite von Sumpf umgeben. Untersuchungen des Geländes zwischen Trelleborg und dem Großen Belt haben gezeigt, dass in älterer Zeit eine Straßensperre quer durch das Tal lief.    

Entscheidend ist jedoch, dass durch Jahresringmessungen (Dendrochronologie) an dem im Trelleborger Wallgraben verwendeten Holz nachgewiesen werden konnte, dass die Bäume für den Bau der Burganlage im Winterhalbjahr 980/81 gefällt wurden, also lange vor 993, dem Jahr, in dem Sven Gabelbart in den englischen Quellen erstmals als Teilnehmer einer Englandfahrt genannt ist.    

Es wurde angeführt, dass die starke Befestigung der Burgen völlig sinnlos wäre, wenn man sie einseitig mit Aktionen im Ausland in Verbindung bringt. Die Wälle und Gräben wären zwecklos, es sei denn, dass ein Angriff auf die Burgen denkbar gewesen wäre. Ihre Lage ein Stück landeinwärts von der Küste deutet aber nicht darauf, dass die Befestigungen gegen fremde Angreifer gerichtet waren, die notwendigerweise in Schiffen hätten kommen müssen. Die Aufgabe der Burgen ließe sich deshalb sicherlich als Zwingburgen aus inneren dänischen Zusammenhängen erklären. Diese These baut auf der Grundlage einer ersten Reichssammlung unter König Harald Blauzahn und auf der Variante, nach der die Burgen die Stützpunkte Haralds im Bürgerkrieg gegen seinen Sohn Sven Gabelbart waren.    

Inzwischen wird aber auch diese These von dänischen Forschern angezweifelt. Es wird zu bedenken gegeben, daß die o.a. inneren Zustände schwerlich mit der Tatsache zu verknüpfen seien, dass die Anlagen mit ihren umständlichen „Pedanterien“ offenbar in relativer Ruhe und wohl vorbereitet erbaut worden sein müssen.    

Die Anlage der vier Burgen wird nunmehr in Zusammenhang mit einer geplanten, reichsumfassenden Verteidigung (unter Einbeziehung des Danewerks) in einer kritischen Periode gesehen.    

Im 10. Jahrhundert richteten sich die Angriffsbemühungen gegen Dänemark aus zwei Richtungen: aus dem Norden und aus dem Süden. Die Gefahr von Norden bestand latent mindestens seit der Mitte des Jahrhunderts und endete vorläufig im Jahre 1000 mit der Seeschlacht bei Svolder. Für die Jahre 934, 974 und 983 sind deutsch-dänische Kriege belegt. Ferner war der Besitz der Königsherrschaft von Dänemark wiederholt durch von außen kommende Eroberer bedroht. Dänemarks verteidigungspolitische Lage war also äußerst kompliziert.    

Die geographische Lage der Burgen macht deutlich, dass die Feinde aus dem Norden erwartet wurden. Es liegen gute Gründe vor, den Kograben an der Südgrenze gleichzeitig mit den Ringburgen zu halten. Ein solcher Zusammenhang würde dem Ringburgen-Komplex eine Dimension hinzufügen, die eindeutig in Richtung auf die Reichsverteidigung weist, als dem Hauptanliegen des Bauherrn dieser Anlagen. Der Bauherr muss unter dieser Prämisse mit dem Zweifrontenkrieg gerechnet und die Verteidigung des Reiches planmäßig gegen diese Bedrohung gerichtet haben.    

Wenn es wahr ist, dass die Hälfte aller Macht bei der Seemacht liegen soll, dann stellte sich in der zweiten Hälfte des 10. Jahrhunderts dieses Problem in aller Schärfe: Die großen Flotten stellten eine schwer einzudämmende Bedrohung dar und feindliche Landgänge, die sich bis zu regulären Invasionen steigern konnten, waren nur unter Anstrengungen zu verhindern. In den Burgen lagen solide Stützpunkte für die Verteidigung der einzelnen Landesteile, bis sie militärische Hilfe erhielten. Von ihnen konnten auch Gegenangriffe zu Land und zu See organisiert werden.    

Aus der Lage der Ringburgen eine Strecke weit hinter der offenen Küste lässt sich zum einen auf die Bedrohung schließen, durch feindliche Flottenangriffe überrascht zu werden, und zum anderen auf ihre Funktion, dieser Gefahr begegnen zu sollen. Die Burgen haben einen Angreifer dazu zwingen können, sich ihnen zu stellen. Aus der Perspektive einer Reichsverteidigung muss eben darin ihre Aufgabe gelegen haben. Sie bildeten die einzige Möglichkeit, eine feindliche Invasion aufzuhalten, wollte man nicht das gesamte Problem der Flotte überlassen. Die Einmaligkeit der Burgen dürfte somit vor dem Hintergrund gesteigerter Gefahren zu eben dieser Zeit betrachtet werden, Befand sich die Flotte während des Sommers auf See, dann konnten die Burgen auch als Basen und Stützpunkte eine Funktion haben.    

Die Aggersborg bildete in dieser Sicht eine Parallele im Norden des Reiches gegen Norweger und Schweden zum Kograben im Süden gegen die Deutschen. Die übrigen Stützpunkte erstreckten sich in einem regelmäßigen weiten Bogen bis nach Seeland.    

Leider kennen wir die dänische Geschichte um 980 nicht ausreichend gut, um den Bau der Burgen mit Sicherheit in eine bestimmte politische Situation einpassen zu können. Bis auf weiteres müssen wir uns damit begnügen festzustellen, dass die Burgen vom Auf- und Ausbau einer starken dänischen Königsmacht gegen Ende des 10. Jahrhunderts zeugen. Die Burgen sind aber auch Zeugnisse eines organisatorischen Talents und technischen Könnens, die früher niemand mit der dänischen Wikingerzeit verbunden hätte.    

Mit der Ausgrabung der Trelleborg wurde somit ein völlig neues Licht auf die Wikingerzeit geworfen. Trelleborg auferstanden, so dass alle einen Eindruck von der damaligen Präzision der Anlage gewinnen können, ist deshalb weit mehr als das größte vorzeitliche Denkmal in Westseeland.

Museum/Aktivitäten 

Zur Veranschaulichung des eigentümlichen Aussehens der ganzen Anlage befindet sich vor dem Eingang zur Vorburg ein Modell im Größenverhältnis 1 : 100. Dazu wurden auch einige mehrsprachige Informationstafeln aufgestellt, die einen Überblick über die dänische Wikingerzeit und die Burganlagen sowie deren Aufbau gewähren. In unmittelbarer Nähe hierzu steht auch ein Modellhaus mit eingegrabenen Wänden aus breiten Eichenbohlen und mit einem umlaufenden Laubengang. Es hat die Größe der Vorburghäuser; die Karreehäuser der Hauptburg waren also ca. 3 m länger. Im Innern sind an den Längswänden der Halle breite Erdbänke, wo sich die Schlafplätze befanden. Über dem Herd hat das mit Eichenschindeln gedeckte Dach eine Öffnung. Gewisse Einzelheiten an diesem Rekonstruktionsversuch müssen natürlich mit Vorbehalt betrachtet werden. Beispielsweise haben spätere Untersuchungen ergeben, dass die Häuser keinen Laubengang hatten. Die äußeren, schrägstehenden Pfosten waren Streben zur Verstärkung der Wände. Dennoch vermittelt die Rekonstruktion einen recht guten Eindruck vom vermutlichen Aussehen der Häuser und ihrer Einrichtung. 

In direkter Nachbarschaft dazu befindet sich das im Sommer 1995 neu eröffnete „Museet ved Trelleborg“. Hier hat man die Möglichkeit durch Computeranimation, Filme, Dias, Tafeln, Modelle und Ausstellungen von Funden einen Einblick in den Alltag auf Trelleborg etwa um das Jahr 980 zu gewinnen. 

Dazu gibt es ein kleines Cafe sowie einen Museumsladen, in dem man Schmuckkopien, Perlen, Bücher und andere Souvenirs kaufen kann. 

In der Sommersaison gibt es täglich Aktivitäten auf Trelleborg, wie z.B. Bogenschießen, Holz hacken, Kochen, Schrotung von Korn, Fischen, Spiele sowie verschiedene Handwerke.

Außerdem gibt es auf Trelleborg im Sommer auch einen großen Wikingermarkt, wie es ihn auch in Fyrkat und Lindholm Høje gibt, sowie die Aufführung eines Schauspieles.