25 - Hune - Letztes Update 17.08.2025
Listennummer : DR 161 / DK NJy 11
| Navidaten: 57.25094 9.61798 oder: Kirkevej 11, 9492 Blokhus |
Inschrift: hufi : þurkil : þurbiurn : satu : stin : runulfs : hins : raþ:sbaka : | : faþur : sins :

Das ist ein
Luftfoto vom 02.04.2023 von
Skråfoto
das die
Kirche von Hune zeigt.
Im Rahmen meiner 2022er Jütland Wikingertour war ich am Donnerstag, 02.06.2022, vor Ort. Zuvor hatte ich die Hune Kirche erstmals am Dienstag, 02.08.1988, dann am Samstag, 10.08.1996, und nochmals am Samstag, 01.07.2000 besucht. Das Foto im linken Frame stammt aus dem Sommer 1996. Diesmal hatte ich viel Zeit und habe die Kirche und den Runenstein ausführlich betrachtet. Diese Fotos konnte ich dabei machen.
Die Kirche wurde um 1100 aus Granitquadersteinen erbaut. Sie lag immer einsam und frei auf einer Anhöhe. Der Ort bestand immer schon und bis weit in das 19. Jahrhundert hinein nur aus einzelnen Häusern. Die Gemeinde war bis zum Eintreten des großen Sandtreibens sehr wohlhabend. Es hielt annähernd 300 Jahre an und war stets eine Bedrohung für die Gemeinde und die Kirche. Im Jahr 1648 musste die Gemeinde z.B. 24 Wagen mieten, um den Sand um die Kirche abzutransportieren. Etwa 150 Jahre später waren große Dünen bis vor die Kirche getrieben, so dass die Hirtenjungen von den Dünen auf das Kirchendach springen konnten! Vor dem Eingang ist ein schöner Grabstein aus romanischer Zeit in die Wand eingelassen. Der Steinaltar ist so alt wie Kirche selbst. Die Ausstattung ist schlicht.
Eine 12-seitige Broschüre in deutscher Sprache "Die Kirche von Hune. Eine Kirche in offener Landschaft" liegt im Foyer der Kirche auf, woraus ich die o.a. Informationen entnommen habe.
Der Runenstein stand vermutlich ursprünglich am Altertumsweg von Hune nach Jetsmark. Um das Jahr 1550 wurde er wohl wegen der zunehmenden Sandstürme in Nordjütland zur Kirche von Hune verbracht und dort aufgestellt. Auszug aus einem Online Artikel des Deutschlandfunk: "„Dann war diese Katastrophe eingetroffen um 1550, das begann eigentlich als eine kleine Eiszeit. Mit der Eiszeit kam auch Flugsand. Orkanartige Stürme und dann war dieser Flugsand überall. Und nach 200 Jahren war alles begraben unter fünf Metern Sand. Also hier unten sind Häuser, alles – wie in Pompei.“
Älteren Berichten zufolge blieb der Runenstein dort auch, bis er 1940 seinen jetzigen Platz im Waffenhaus der Kirche von Hune erhielt. Dort ist er in einer Ecke, teilweise in die Erde eingelassen, aufgestellt worden.
Durch
diese Art der Aufstellung sind heute die drei untersten Runen der
linken Reihe und die unterste der mittleren Reihe unter der Erdoberfläche.
Ob der in der Runeninschrift genannte Hove mit dem Hove auf dem benachbarten Jetsmarkstein identisch ist, ist wahrscheinlich aber nicht erwiesen. Die Namen des Brüderpaars Thorkil und Thorbiorn sind unter den dänischen Runensteinen einmalig. Der Runenstein wird in die Zeit von 970 bis 1020 datiert. Die Inschrift verläuft in der sogenannten Konturanordnung. Sie beginnt unten links und endet in einem kurzen Band in der Mitte des Steins von unten nach oben gelesen.
Bildquelle: Zeichnung von
Magnus Petersen von 1878 -
Leserichtung von mir eingezeichnet.
Die älteste bekannte Darstellung stammt von Jon Skonvig (*1600 - †1664, Pfarrer und der Runenzeichner für Ole Worm) aus dem Jahre 1627.

Höhe: 13 cm im Original - Sein Text dazu: "Dette Monumentum Findiss Vdi Aalborg stifft Vdi huetboe-heritt Ved Hune kircke vdi den sÿnder Kircke stette och Er en haard graa Kamp 2½ all:hoi, offuen Jorden och En all bred, En Halff all tÿck".
Übersetzung: "Diesen Runenstein findet man im Aalborg Stift, Hvetbo Harde, bei der Hune Kirche. Südlich der Kirche steht ein harter, grauer Felsbrocken, 2½ Ellen hoch, über dem Erdboden eine Elle breit und eine halbe Elle dick - Anm.: 1 Elle = 62,77 cm."
Der Digitalen Sammlung des Nationalmuseums Kopenhagen entlehnt - Lizenz: Public Domain
D

Diese Seite bietet Zugang zu zahlreichen historischen Manuskripten. Sie wurde im April 2010 ins Leben gerufen, befindet sich noch immer im Aufbau, so dass auch nach und nach weitere Handschriften und Bilder eingestellt werden.
Am Mittwoch, 28.09.2022, war ich in der Universität Kopenhagen in der Arnamagnæanske Samling und durfte das Original - AM 367 fol. - in Händen halten und eingehend fotografieren. Man bat mich aber von einer Veröffentlichung meiner Fotos abzusehen und stattdessen auf die digitalisierte Handschrift über www.handrit.is zu verweisen.
Ole Worm (*13.05.1588 - †31.08.1654, Arzt, Universalgelehrter und der Begründer
der Runologie)
Bildquelle:
Digitale Sammlung der Königlichen Bibliothek Kopenhagen -
Lizenz:
Public Domain
hatte den dänischen König Christian IV. (*12.04.1577 - †28.02.1648)
Bildquelle:
Wikipedia - Lizenz:
Public Domain
dazu bewogen am 11. August 1622 einen Brief an die Bischöfe von Dänemark und Norwegen zu senden, um darüber die Pfarrer im Land aufzufordern alle Informationen zu Denkmälern, Runensteinen, Grabhügel usw. an ihn zu melden, um die älteste Geschichte Dänemarks zu beleuchten. Unterstützer oder gar treibende Kraft war wohl Christian Friis (*4. November 1581 auf Gut Krastrup in Farstrup - †01. Oktober 1639, dänischer Adliger und königlicher Kanzler).
Bildquelle:
Wikipedia - Lizenz:
Public Domain
Der Originaltext dieses Briefes lautet auszugsweise: "Wor gunst tillforn. Wy bede Eder och wille, at I Eders mueligste flid ahnwender allewegne wdj Eders stigt att opsøge och antegne alle slags antiquiteter och documenter effter medfølgende fortegnelsis indhold, och att I saadanne med flid lader optegne och engang inden Paaske førstkommendis wdj wortt cantzelie lader indleffuere. Dermed skie wor willghe. Befalendis Eder Gud. Skreffuitt paa wortt [slott] Kiøbenhaffn, den 10. augusti anno 1622. Vnder vort signett.Christian."
Laut den "Indberetninger
fra Præsterne i Aalborg Stift 1638" - innerhalb von "Samlinger
til Jydsk Historie og Topografi udgivne af det Jydske historisk-topografiske
Selskab, 4. række. I. bind redigeret af S. Nygård, 1911-14"
- aufbereitet von Arkivassistent, cand. mag.
Hans Knudsen
(*01.07.1882 -
†05.05.1946, Archivar)
- S. 103 / S. 33 in der pdf-Datei) hat der
damalige Pfarrer in Hune Jacob Søffrensønn
folgenden Bericht an
Der Eintrag von Jacob Søffrensønn findet sich auch in den "Præsteindberetninger til Ole Worm i Ålborg og Ribe Stifter 1625-42" auf der S. 32 (S. 69 in der pdf-Datei) im Kapitel "Ålborg stift 1638".

Dieser Screenshot findet sich in einer digitalisierten Ausgabe im Internet über die Bayerische Staatsbibliothek / MDZ Münchener DigitalisierungsZentrum Digitale Bibliothek - urn:nbn:de:bvb:12-bsb10800415-0 - abgerufen 30.11.2022
Der Runenstein sollte aufgrund einer königlichen Verfügung vom 9.2.1652 nach Kopenhagen versandt werden (siehe: Nordisk Tidsskrift for Oldkyndighed, Band 1, 1832, S. 324 ff. - S. 326 "Manderujp Due til Ørum; Hunebye-Stenen". Dieser Anweisung kam man in Hune jedoch nicht nach. Seitens Kopenhagen wurde diesbezüglich nicht nachgehakt, da dort 1654 die Pest ausbrach, die noch im selben Jahr Ole Worm den Tod brachte.
Die
nächste Erwähnung des Runensteins findet sich bei
Johannes Meier (*1605/06
- †1659/60, Lehrer und Verfasser) in seinem Werk „Liber
monumentorum Danicorum, qvi monumenta Danica Olai Wormii partim emendat partim
locupletat“ (pdf-Datei anhand eigener Fotos
von mir erstellt) von 1654 (Blatt
23) - Königlichen Bibliothek
in
Kopenhagen -
GKS 2371 kvart
hinzugefügt worden sein. Text und Zeichnungen der Handschrift - auch im Zusammenspiel - sind ansehnlicher ausgeführt als in NKS 799.
In der Königlichen Bibliothek in Kopenhagen hat sich von Johannes Meier aber auch noch eine zweite Handschrift erhalten - NKS 799 kvart - Joh. Mejeri Monumenta Runica in Dania (pdf-Datei anhand eigener Fotos von mir erstellt). Deren Entstehungsdatum ist nicht bekannt. Der Runenstein findet sich auf Blatt 22.
NKS 799 kvart - Joh. Mejeri Monumenta Runica in Dania - Papier - 44 Blatt, Blatt 41-44 unbeschrieben, aus dem 18. Jahrhundert, vormals Nr. 70 in der Manuskript Sammlung von Peder Frederik Suhm (*18.10.1728 - †07.09.1798)
Bildquelle:
Wikipedia - Lizenz:
Public Domain
Es handelt sich um
ein Büchlein mit einfachem Pappeinband, der Buchrücken ist aus Leder und
verstärkte Ecken aus Leder weist der Buchdeckel auf. Es hat die
Maße: H: ca. 20
cm / B: ca. 17 cm / D: ca. 1,5 cm. Zu den einzelnen Zeichnungen im Büchlein
wurde ein einfacher Maßstab abgebildet.
Bei beiden Exemplaren
weist immer das rechte Blatt der Doppelseite in der oberen Ecke eine mit
Bleistift geschriebene Seitenzahl auf. Diese beiden Werke sind Abschriften von
früheren Werken, die die Zeit nicht überdauert haben.
Vielleicht sind sie in
Kopenhagen beim
Großbrand von 1728
vernichtet worden, als neben zahlreichen privaten Beständen auch ca.
35.000 Bücher der Kopenhagener Bibliothek ein Raub der Flammen wurden!
Die
GKS 2371 kvart soll laut
Prof. Ludv. F. A. Wimmer
(*07.02.1839 -
†29.04.1920, Philologe und Runenforscher
-
link-LIVES
Bildquelle:
Fotografie zw. 1877-1900 von Fotograf Hansen & Weller
-
Det Kgl. Biblioteks billedsamling - Lizenz:
Public Domain
und seinen
Infos von
Bildquelle: Fotografie
um 1880 von Fotograf J. Petersen
(*19.03.1829 -
†01.02.1905) -
Det Kgl. Biblioteks billedsamling - Lizenz:
Public Domain
von Niels Foss selbst abgeschrieben worden sein. Er hat die Texte laut den Studien von Erik Moltke (*04.04.1901 - †19.10.1984, Runologe, Historiker - link-LIVES)
Bildquelle: Scan von Buchumschlag "Runerne i Danmark og ders
oprindelse" - Erik Moltke - 1976 - Lizenz:
CC-BY-SA
In der
NKS 799 kvart hingegen steht auf der Seite 37 links unten "Niels
Knudsen Jerne" und seine Handschrift lässt vermuten, dass er die
gesamte Abschrift angefertigt hat. Er war offenbar ein professioneller Schreiber
und könnte mit dem Niels Knudsen identisch sein, der
1728 "Skriverkarl" auf dem Holmen (Stadtviertel von
Kopenhagen) war, also ein Mann der schnell viele Texte schreiben und liefern
konnte. Er wurde am 08.11.1737 zum "ekvipageskriver"
ernannt. Es scheint, dass er sich, entgegen
Niels Foss,
sehr eng an das Original gehalten hat.
Offenbar gab es laut dem Katalog über die
Büchersammlung
von
Peter
Hansen Resens (*17.06.1625 -
†01.06.1688) "Bibliotheca
Regiæ Academiæ Hafniensi donata" Hafniæ (Kopenhagen) von
1685 - siehe
S. 273 - früher noch ein drittes Werk von
Johannes Meier mit dem Titel "Johan. Meieri
liber MS. de Monumentis Runicis sive antiqvis Danicics".
Quellen:
Erik
Moltke -
Jon Skonvig og de andre runetegnere. Et bidrag til runologiens historie i
Danmark og Norge I-II,
1956-58
Zwischen Montag, 26.09.2022, und Mittwoch, 28.09.2022, habe ich in der Königliche Bibliothek - Den sorte Diamant - in Kopenhagen - u.a. diese beiden alten Handschriften nach Online-Vorbestellung zur Ansicht erhalten. Ich durfte mir Aufzeichnungen machen, sie aber auch uneingeschränkt fotografieren. Ich habe sie mit dem Smartphone komplett als Doppelseiten fotografiert und daraus jeweils eine pdf-Datei erstellt. Vielleicht hat ja jemand Bedarf an diesen seltenen Ausgaben, die aufgrund ihres Alters keinem Urheberrrecht mehr unterliegen.
Peder Hansen Resen (*17.06.1625 - †01.06.1688, Jurist und Historiker)
Bildquelle:
Wikipedia - Lizenz:
Public Domain
Er
hat mit dem von ihm über 20 Jahre gesammelten Material das großartige Werk "Atlas
Danicus", bestehend aus letztlich 39
Folianten, geschaffen. Nur geringe Teile wurden aber schon zu seiner Lebzeit
gedruckt. Die Folianten
wurden wenige Jahre nach seinem Tod 1692 an die
Königliche Bibliothek Kopenhagen
übergeben. Aufbewahrt wurden sie auf dem Dachboden der
Trinitatis Kirche. Dort wurden sie fleißig
studiert, abgeschrieben und zeitweise ausgeliehen. Leider wurde dann ein
Großteil davon beim
Kopenhagener Großbrand 1728
zerstört. Es hat sich neben einigen Originalseiten
- siehe
Arnamagnäanische Sammlung
-
AM 359 fol.
/
AM 360 fol.
/
AM 361 fol.
und
AM 362 fol.
(digitalisiert) -
nur
eine (verkürzte) Abschrift und außerdem Kupferstiche von etwa
200 Städteansichten
aus
der Vogelperspektive erhalten. Originale dieser „AM 359/360/361 fol“ sind
über die Universität Kopenhagen -
Institut for Nordiske Studier og
Sprogvidenskab
(NorS)
-
AM 359 fol
/
AM 360 fol
/
AM 360 fol (Karten) /
AM 361 fol
-
in sw abrufbar. Eine zweite (verkürzte) Ausgabe war von
Vincent
Lerche (*04.04.1666 -
†28.07.1742, Jurist, Architekt) beauftragt worden,
diese wurde aber beim Brand von
Schloss
Christiansborg im Jahr 1794 vernichtet.
Bildquelle:
Wikimedia - Lizenz:
Public DomainWie diesem Titel zu entnehmen ist, gehörte dieses Exemplar vormals Adam Gottlob Graf von Moltke (*10.11.1710 - †25.09.1792, Staatsmann, Diplomat)
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Wikimedia - Lizenz:
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Nach dessen Tod erwarb Herman Treschow (*11.12.1739 - †02.05.1797, Professor für Theologie, Pfarrer) diese Ausgabe. Peter Uldall (*29.06.1743 - †11.11.1798, Jurist, Theologe)
Bildquelle:
Wikimedia - Lizenz:
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wiederum kaufte sie für 170 Rigsdaler
(Rigsdaler zu 24 Skilling - damals 1 ½ Mark) nach dessen Ableben. Er hatte aber
nicht lange Freude daran, denn er starb ein Jahr später an einem Schlaganfall.
Sein Sohn, Justizrat W. A. Uldall, schenkte diese Ausgabe der Kgl.
Bibliothek im Jahr 1803, wo dieses großartige Werk noch heute
verwahrt wird - Ein Band hat übrigens die stolze Größe H/B/D von 40 cm x 29,5 cm x 9,5
cm.
Im Atlas VI. ist auf der Seite 47 ein Eintrag / Zeichnung vom Runenstein enthalten, die ich am 28.09.2022 vor Ort fotografieren durfte.

Übersetzung: "In der Hvetbo Harde werden die sogenannten Hvetbo-Flunder, oder auf Dänisch Hvetboherreds Flynder, zweimal im Jahr gefangen – im Frühjahr und im Herbst. An derselben Stelle im Dorf Hune befindet sich ein geschnitzter Stein in Form einer Säule, der mit Runen wie folgt beschrieben wird:
Zeichnung
Der Text lautet: Hufi Turkil Turbiurna satu sten Runulfs hins reth spaka fadur sins. Bedeutung: Hove, Thorkil und Thorbiorn errichteten den Stein für Runulf, ihren weisen Vater."
Quelle: "Resens Atlas Aalborg Stift, Købstæder Herreder og Sogne, Sæby Museum 1982, Peder Hansen Resen, Atlas Danicus VI, A: Aalborg Stift, Udgivet af Thomas W. Lassen, i dansk Oversættelse ved Erik Bøegh" - Darüber von mir aus dem Dänischen ins Deutsche übersetzt.
Zeichnung von
Søren Abildgaard (*18.02.1718 - †02.07.1791, Zeichner,
Kupferstecher und Geologe)
Bildquelle:
Jellingprojektet - Lizenz:
Public Domain -
http://www5.kb.dk/images/billed/2010/okt/billeder/object444188/da/
aus dem Jahre 1766, Originalgröße: 22 x 33 cm.

Sein handschriftlicher Text darunter: "Denne Runesteen staar opreist ved Huun Kirke i det sydlige Kirke Gaardens Steen-Giærde paa høire Side ved Stenten, huor man gaar ind paa Kirkegaarden - S: Abildgaard, 1766". Der identische Text steht mit Bleistift geschrieben auch noch einmal über der Zeichnung, sehr ungewöhnlich bei seinen Zeichnungen.
Übersetzung: "Dieser Runenstein steht aufrecht bei der Hune Kirche im Steinzaun des südlichen Kirchhofs auf der rechten Seite neben dem Stein, wo man den Kirchhof betritt."
Der Digitalen Sammlung des Nationalmuseums Kopenhagen entlehnt - Lizenz: Public Domain
Literaturhinweis: Poul Grinder-Hansen - Søren Abildgaard (1718-1791) - Fortiden på tegnebrættet - Katalog Nr. 411 - S. 438
Erik Pontoppidan (der Jüngere, *03.09.1698 - †20.12.1764, dänisch-lutherischer Bischof, Theologe und Autor)
Bildquelle:
Wikipedia - Lizenz:
Public Domain
führt den Runenstein in seinem Werk "Den Danske Atlas" - Tomus V, Cap. 3, S. 302 (c) (S. 57 c in der pdf-Datei) von 1769 an: "I den syndre Kirkegaards Steen-Dige staaer en gammel Runesteen, som Hufi, Thurkil und Thurbiörn satte over deres Fader Runolf hin retvise." - (übersetzt): "In der südlichen Steinumfriedung des Kirchhofs steht ein alter Runenstein, errichtet von Hove, Thorkil und Thorbiörn für ihren Vater Runolf, den Gerechten."
Johan Gustav Liljegren (*27.02.1791 -†02.06.1837,
schwedischer Nationalarchivar und Archäologe)
Bildquelle:
Schwedisches Reichsarchiv - Lizenz:
Public Domain

Quelle: Bayerische Staatsbibliothek - urn:nbn:de:bvb:12-bsb10431145-1 - abgerufen am 07.11.2022
Eine frühe Zeichnung wurde durch Rasmus Henrik Kruse (*07.08.1796 - †30.05.1877, Landschaftsmaler - link-LIVES - Heirat 21.12.1851)
Bildquelle:
Det Kgl. Biblioteks billedsamling - Lizenz:
Public Domain
im Jahr 1841 gefertigt. Er hat sie mit seinen handschriftlichen Ausführungen in seine Abhandlung "Nørre Jyllands Mærkværdigheder i det 19. Aarh. Hs. Bd 1-2 (med) Tillæg 1-2" aufgenommen (Band I, 1843, S. 4-5 / Band II, 1852, Zeichnung Nr. 1, S. 28). Dieses Werk wird heute in Kopenhagen, Nationalmuseum, Antikvarisk-Topografisk Arkiv, aufbewahrt. Dort durfte ich am Dienstag, 27.09.2022, zu Gast sein und die vier Bände in Händen halten und fotografieren.
Bildquelle: Zeichner
Magnus Petersen -
Det Kgl. Biblioteks billedsamling - Lizenz:
Public Domain
führt im Jahre
1856
in seinem Werk "

Er orientiert sich dabei an der obigen Zeichnung aus dem Jahr 1841 von Rasmus Henrik Kruse (*07.08.1796 - †30.05.1877, Landschaftsmaler).
Prof. P. G. Thorsen (*07.08.1811 - †06.05.1883, Bibliothekar, Runenforscher und Historiker - link-LIVES - Artikel: Levnedsbeskrivelser af de ved Københavns Universitets Firehundredaarsfest promoverede Doktorer, Illustreret Tidende 1882, Nr. 1235 - vom 27.05.1833 / Grabstein in Varde / Eheschließung in Varde am 19. August 1848)
Bildquelle: Fotografie zw. 1863-1900
von
Fotograf Budtz Müller (*26.12.1837 -
†30.12.1884) -
Det Kgl. Biblioteks billedsamling - Lizenz:
Public Domain
Bildquelle: Fotografie
von 1903 von Fotograf Marius Christensen
(*24.06.1874 -
†25.06.1907) -
Det Kgl. Biblioteks billedsamling - Lizenz:
Public Domain

P.
G. Thorsens
Nachlass (Bezeichnet
als:
P. G. Thorsens optegnelser, tegninger m.m. vedrørende runer og runemindesmærker
-
überführt aus der Kopenhagener Universitätsbibliothek 1929 -
Gemäß Ministerialschreiben vom 04.03.1929; früher benannt als
Additamenta 612
kvart) - findet sich in
der Königlichen Bibliothek
unter
NKS 3296 kvart (in mehreren einzelnen Pappschachteln). In der
Pappschachtel Nr. 5 ist zu Hune etwas dabei.
Zum einen eine Skizze mit beschreibendem Text die auf den 08.11.1838
datiert ist und die m.E. von
Thorsen selbst erstellt wurde.
Daneben eine Zeichnung des Runensteins, die wohl von
Rasmus Henrik Kruse
(*07.08.1796 - †30.05.1877, Landschaftsmaler)
In der Pappschachtel mit der Nummer 17 findet sich dann noch diese tolle Zeichnung von Magnus Petersen (*04.09.1827 - †01.02.1917, Archäologischer Zeichner und Restaurator) die er mit dem Datum 06.07.1870 versehen hat. Da stand der Runenstein noch an der Stelle - im Steinzaun des südlichen Kirchhofs auf der rechten Seite neben dem Stein, wo man den Kirchhof betritt - die bereits von Søren Abildgaard - siehe oben - im Jahre 1766 beschrieben wurde.
Prof. Ludv. F. A. Wimmer
(*07.02.1839 -
†29.04.1920, Philologe und Runenforscher
-
link-LIVES
Bildquelle:
Fotografie zw. 1877-1900 von Fotograf Hansen & Weller
-
Det Kgl. Biblioteks billedsamling - Lizenz:
Public Domain
hat den Runenstein mit
Text und Zeichnung in seinem großformatigen Werk

Diese Zeichnung wurde von Zeichnungen von Magnus Petersen (*04.09.1827 - †01.02.1917, Archäologischer Zeichner und Restaurator) ausgeführt.
In seinen Unterlagen in der Königlichen Bibliothek befinden sich unter "III - Originaltegninger af de danske Runemindesmærker, udførte paa Undersøgelsesrejserne af Magn. Petersen og kontrollerede paa Stedet af Ludv. Wimmer, samt Prøvetryk af de paa Grundlag af de nævnte Tegninger, Aftryk o. s. v. til „De danske Runemindesmærker" udførte Afbildninger med Wimmers Rettelser"

zu dem Runenstein von Hune unter der Nr. 32 Aufzeichnungen von 1878 und 1883, wobei ich am 27.09.2022 diese Zeichnung von Magnus Petersen - datiert auf den 14.08.1878 - fotografieren durfte.

Fotos von Erik Moltke (*04.04.1901 - †19.10.1984, Runologe, Historiker - link-LIVES)
Bildquelle: Scan von Buchumschlag "Runerne i Danmark og ders
oprindelse" - Erik Moltke - 1976 - Lizenz:
CC-BY-SA
vom 16.06.1931.
Der Digitalen Sammlung des Nationalmuseums Kopenhagen entlehnt - Beide Fotos Lizenz: CC-BY-SA

Im Vorfeld zu dem 2016 erschienenen Buch von Lisbeth M. Imer (*1973, Runologin am Nationalmuseum Kopenhagen) "Danmarks Runesten - en fortælling" reiste sie mit dem Fotografen Roberto Fortuna zur Bestandsaufnahme durch die Lande. Dieses Foto des Runensteins wurde dabei im März 2012 von Herrn Fortuna aufgenommen.
Der Digitalen Sammlung des Nationalmuseums Kopenhagen entlehnt - Lizenz: CC-BY-SA
Hier der Eintrag in der dänischen Runendatenbank mit allen Informationen.
Die Informationen in "Fund og Fortidsminder" zu dem Runenstein finden sich hier. Darin ist inzwischen dieser Zustandsbericht des Steinrestaurators Leif Vognsen aus dem Jahr 2018 eingebettet.
Über diesen Link finden sich zu dem Runenstein Informationen des Forschungsprojektes "Runes" der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen.
In Danmarks Kirker ist die Region "XI. Hjørring" aber leider noch nicht veröffentlicht, so dass man dort vergeblich nach Informationen zu dieser Kirche sucht.
Dafür kann man über die Homepage der Kirche gleich zwei dänischsprachige Broschüren mit dem Titel "Hune Kirke - Renovering og ny Udsmykning 2001 - 2024" und "Hune Kirke Ny udsmykning 2024" als pdf-Datei abrufen und herunterladen.
Literaturhinweise:
Marius Kristensen (*27.04.1869 - †02.11.1941, Dr. phil. Hochschullehrer, Dänischer Sprachforscher - link-LIVES - Begravelsesprotokoller)
Bildquelle:
Denstoredanske.lex - Lizenz:
Public Domain
Beitrag in
Danske Studier 1930 - En opkaldelsesskik paa svenske og
bornholmske Runestene - S. 150-156 -
Innerhalb der
Abhandlung findet sich ein Beitrag zu den Namen Thorkel und Thorbjørn
die in der Hune Inschrift (zu deutsch: Thorkil und
Thorbiorn) und in
Dänemark einmalig vorkommen.
05.11.2023
Heute erst habe ich den Artikel vom 03.01.2023 von Lisa Lamm von National Geographic mit dem Titel "Wikingerhalle aus der Zeit von König Blauzahn entdeckt" im Internet gefunden. Darin heißt es u.a. : "So auch aktuell in Hune, einem kleinen Dorf in Nordjütland. Dort entdeckten Archäologinnen und Archäologen eine große Wikinger-Halle aus der Zeit von Harald Blauzahn, einem dänischen Wikingerkönig, der Ende des zehnten Jahrhunderts n. Chr. neben Dänemark auch Norwegen regierte."
Foto von Nordjyske MuseerDass das große Gebäude der Familie eines Ratsherrn gehört haben könnte, würde auch sonst passen. „Der Runenstein und die Halle repräsentieren dieselbe Gesellschaftsschicht und gehören beide zur Elite der Gesellschaft“, so Knudsen. Ganz sicher könne man die Halle der Familie allerdings noch nicht zuordnen. Und auch über Runulf selbst wisse man noch wenig – er sei aber dennoch eine Person, die geschichtlich von großem Interesse sein könnte. „Er ist jemand, der in der Wikingerzeit zur gesellschaftlichen Elite gehörte und jemand, der mit Sicherheit den damaligen König getroffen haben könnte, vielleicht sogar in der Halle in Hune”, so Knudsen.
Weitere Hinweise erhofft sich das Team durch die Freilegung zusätzlicher Gebäude in der Nähe. „Ein Hallengebäude dieser Art steht selten allein“, sagt der Archäologe. Denn gerade die Region Nordjütland sei zur Zeit der Wikinger ein besonderer Teil des Landes gewesen. „Am Limfjord, der sich dort befindet, sammelte sich die Wikingerflotte, bevor sie sich auf Raubzüge und Reisen nach England und anderswo begab”, so Knudsen. Durch weitere Funde kann dann vielleicht auch beantwortet werden, wer zu den Versammlungen in der Wikingerhalle lud – und ob König Harald dort ebenfalls zu Gast war.